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Bericht vom: 22. Aug. 2010
Autor/Quelle: Lutz Schendel
LAV-Radausflug
Als erste am vereinbarten Treffpunkt waren Gerald Kretzschmar und seine Frau eingetroffen. Sie hatten es sich auch nicht nehmen lassen, die ca. nur 4 km von zu Hause bis dahin mit der S-Bahn zurückzulegen. Nicht viel später trafen ich (d. V.) und Christian Blank ein. Als Kerstin Kiss und Thoralf Scholz ankamen, konnten sie berichten, dass sie schon gut 10 km von zu Hause aus hinter sich gebracht hatten.
Nun warteten wir nur noch auf Klaus-Peter Jahr mit seiner Frau Heidrun. Und als dann zwei Personen auf dem Fahrrad angeradelt kamen, stellte ich fest, dass konnten sie nicht sein. Ganz einfach weil die Frau nicht Heidrun war. Beim näheren Hinsehen stellte sich der Mann aber als Klaus-Peter heraus, der meinte: „Ich bring heute mal eine andere Frau mit.“ Er stellte sie uns dann als seine Schwester vor.
Pünktlich 9.00 Uhr bei wunderschönem Sonnenwetter (wenn Engel reisen) radelten wir dann vom Netto-Parkplatz unterhalb des Galgenberges los in Richtung Franzosenweg. Schon nach 3 km zog der „Franzosenstein“ die volle Aufmerksamkeit auf sich und die Radler in seinen Bann. (wie ihr seht)



Nach eingehendem Studium der Wissenstafel ging es gemütlich weiter rüber über die A 14 nach Kütten, wo es kurzzeitig kleine Unstimmigkeiten über den weiteren Weg gab. Ich setzte mich am Ende durch und wir fuhren über einen „gemütlichen“ Feldweg nach Ostrau, von dem Geralds Frau hinterher meinte: „Ich wusste gar nicht, dass Massage heute inbegriffen war.“ (Wir wurden alle auf dem unebenen Untergrund mächtig durchgeschüttelt.) Worauf wir gemeinsam feststellten, dass Wellness dazu gehört.
Nach einem kurzen Abstecher durch den schönen Schlosspark in Ostrau gönnten wir uns in selbigem nach 15 km eine erste kleine Rast. Diese nutzte Gerald dann zu einem Auftritt als Entertainer, in dem er uns leicht wippend in den Knien, mit kräftigen zielgerichteten Armbewegungen die fehlerhafte Arbeit der Kugelstoß-Kampfrichter bei den Europameisterschaften in Barcelona vorführte.



Vorbei am „Menhir von Drehlitz“ (noch so ein Stein am Wegesrand) ging es jetzt geradewegs auf den Petersberg und den bevorstehenden Aufstieg zu. Dieser begann bei knapp 20 km und endete ca. 1 km weiter. Einige von uns versuchten sich und schafften es auch, den gefühlt senkrechten Aufstieg radelnd zurückzulegen. Der Großteil von uns verlegte sich da lieber aufs Schieben. (Wer sein Rad liebt, der schiebt.) Kaum oben angekommen, ließ es sich wiederum Gerald nicht nehmen, uns in die Geschichte der Herrschaft und der Besiedelung des Petersberges sowie des Klosters St. Petrus einzuweihen. Nach kurzer Inspektion der schön kühlenden Klostermauern von innen begaben wir uns zum Bismarckturm. Hier stiegen wir die 66 Stufen hinauf und genossen einen richtig schönen Ausblick über die Landschaft, wo die Punkthochhäuser und die Scheiben von Halle und Halle-Neustadt sowie das Buna-Werk gut auszumachen waren.



Wieder runter ging es jetzt steil bergab in die Ortslage Petersberg, wo wir einen Kaffee trinken wollten. Die Wahl zwischen 2 Gaststätten, ließ uns für die bunter eingerichtete entscheiden. Nicht immer muss grau schlechter sein, denn…
Als Kerstin die Eiskarte zur Hand nahm, wurde sie barsch darauf hingewiesen, dass sie diese wieder in die Speisekarte zurückzulegen hätte, damit sie nicht wegfliegt. Nach dem wir 8 Personen waren und extra unter Anleitung des Wirtes noch 2 Stühle an unseren Tisch gestellt hatten, wollte dieser nach der Aufnahme von 6 Getränkebestellungen zur Tat schreiten. Geralds Frau rief ihm dann die noch offenen 2 Bestellungen nach. Statt 2 Kaffee und 2 Eiskaffee wurden 3 Kaffee und 1 Eiskaffee serviert. Und dies mit dem Hinweis, die Abfälle vom Kaffee (Sahneverpackung u.ä.) in den Aschenbecher zu werfen, damit er es beim Aufräumen leichter hätte. Spätestens jetzt waren wir froh, nicht mehr bestellt zu haben, hatten wir doch Angst am Ende das Geschirr selbst abräumen und abwaschen zu müssen. Nach dem wir gemeinsam festgestellt hatten, dass alle Getränke schmeckten als wären die Gefäße zwar abgewaschen, aber danach nicht ausgekippt worden, wollten wir zahlen. „Aber bitte mit Kleingeld“ wurden wir eindringlich aufgefordert und kamen diesem aus Angst vor Repressalien auch nach. Spätestens als wir uns das Wechselgeld selbst aus der Wirts-Geldbörse nehmen sollten, weil er es nicht erkannte und den 5-Euro-Schein von Klaus-Peter als 10-Euro-Schein vermutete, wussten wir, dass er nicht nur taub, sondern auch blind war. Und nachdem 7 Personen abkassiert waren, bedankte er sich bei uns und wünschte eine gute Weiterfahrt, was Christian die Begleichung seiner Zeche unmöglich machte. Unter dem Hinweis, dass wir das dreckige Geschirr stehen lassen sollten: … er würde es dann schon selbst wegräumen…“ schwangen wir uns wieder aufs Radel. Die keimig-dreckigen Plastetischdecken gerieten da fast zur Nebensache.
Ein kurzer Abstecher in den Steinbruch mit kleinem Picknick, das Beharrens von mir auf einen bestimmten Weg, der dann gar nicht befahrbar war, ließ uns dann trotzdem noch den richtigen Weg Richtung Nehlitz, durch einen kleinen niedrigen Tunnel nach Wallwitz und dann über Teicha nach Sennewitz finden. Hier trafen wir auf unseren heutigen 3. Stein, den „Teufelsstein“. Diesen hat der Teufel vom Petersberg nach Sennewitz geworfen, was sich dadurch beweisen lässt, dass die Fingerabdrücke des Teufels im Stein noch zu sehen sind. Nach knapp 5 Stunden und rund 35 km waren wir zurück in Trotha, wo wir uns so nach und nach voneinander verabschiedeten und jeder sich noch seiner eigenen Sonntag-Nachmittag-Beschäftigung widmete.
Am Ende bleibt ein Fazit: tolles Wetter, gute Unterhaltung, super Stimmung, viel Spaß, gemütlich bewegt, etwas erlebt. In diesem Sinne auf ein nächstes Mal.
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LAV Halensia - Laufen, Sport, Leichtathletik in Halle / Saale