Archivierter Bericht
Bericht vom: 20. Jul. 2010
Autor/Quelle: Patrick KellingAletsch Halbmarathon 2010
Der schönste Halbmarathon Europas, wie er vom Veranstalter genannt wird, fand am 27.06.2010 statt und war damit der Beginn unseres Schweizurlaubes. Schneite es das Wochenende zuvor noch am Veranstaltungsort, der Bettmeralp (auf 1950 über Meer) bis hoch zum Bettmerhorn auf 2643 über Meer, boten sich am Lauftag ideale Bedingungen mit einem wolkenlosen Himmel und einer Temperatur von 15°C. Um zur Bettmeralp zu gelangen, mussten mit der Luftseilbahn 1100 Höhenmeter überwunden werden. Dies geschah alles ohne große Wartezeiten. Bedenkt man doch, dass insgesamt 1852 Läufer/innen und viele Zuschauer hoch transportiert werden mussten. Im Bergdorf herrschte schon der Ausnahmezustand, denn die Straßen waren gesäumt von Läufern und Zuschauern. Als wir unser Gepäck aufgegeben und die Startnummern geholt hatten, startete um 9:45Uhr der 1. Block.

Wir, das heißt Uwe und Patrick Kelling sowie mein Onkel Udo Kelling, starteten 5min. später aus Block 2 und staunten nicht schlecht, wie schnell die ersten bei diesem Streckenprofil „losspurteten“. Es standen uns nicht nur 21,1 km, sondern auch 1050 Höhenmeter bergauf bevor. Der Sprecher wies noch einmal darauf hin, dass man viel trinken sollte, denn das Thermometer kletterte schon auf knapp 20°C in 2000m Höhe! ... und schon ging es los .

Zuerst liefen wir auf einer schon leicht ansteigenden Asphaltstraße durch das Dorf, welches sich als ein sehr stimmungsvoller Abschnitt präsentierte. Dies änderte sich aber schlagartig bei Km 2. Ich traute meinen Augen nicht, als ein endlos erscheinender steiler Anstieg mit ca. 20-25% nach der Kurve erschien. So stand das ganze aber nicht im Streckenprofil, welches wir uns vorher genau angeschaut hatten. Der Puls wurde höher, der Schritt schwerer und das Tempo langsamer. Zudem kam mir der Gedanke zu gehen, wie es auch schon mehr als die Hälfte der Läufer taten. Mein Onkel, welcher noch vor mir rannte, ließ mich den Gedanken vergessen. Es wurde endlich flacher. Und man kam aus dem Wald auf Wiesen, wo man den Bettmersee sah. Nun verengten sich die Wege und es musste im „Gänsemarsch“ bergab zum See gelaufen werden. Am See gab es die erste Verpflegungsstelle. Es wurde wieder durch sehr viele Zuschauer am Streckenrand laut. Danach ging es in die nächste Steigung, welche aber eher harmlos und kurz war. Jetzt eröffnete sich ein erster Blick in die hohen Berge Richtung Zermatt. Man sah sogar das Matterhorn, den wohl berühmtesten Berg der Schweiz und zack da war es auch schon fasst passiert, das ich über einen Stein gestürzt wäre. Fazit, sehr schöne Aussicht, aber besser auf den steinigen Bergweg konzentrieren, welcher bis zur Riederalp steil bergab ging. Es kamen aber immer wieder kleine Anstiege. In der Riederalp angekommen, gab es noch einmal Verpflegung und Stimmung. Beides brauchte man, sah man doch schon die nächste Steigung hoch zur Villa Cassel. Die Villa Cassel ist heute das Verwaltungszentrum des UNESCO Weltkulturerbes um den Aletschgletscher. Nun musste ich aber das erste mal in schnelles Bergwandern übergehen und mein Onkel, welcher in der Schweiz wohnt und in den Bergen trainiert hat, ziehen lassen. Auch mein Vati musste dort das erste Mal gehen, wie auch ca. 90% der Teilnehmer. Oben angekommen, ging es auf welligem Profil und schmalen Wegen um die Riederfurka. Bei Km 14 folgte der erste richtige Anstieg zur Moosfluh (300HM). In diesem Teilstück wechselten sich Gehen und Rennen ab. Nun sah man zum ersten Mal den Aletschgletscher, mit 23km dem längsten Gletscher der Alpen. Die Aussicht war atemberaubend schön, aber ich schaute lieber wieder auf den Weg. Nun konnte man wieder etwas beschleunigen, denn es war „relativ“ flach geworden.Schnell ging es an der Moosfluh vorbei und man erreichte den Schlussanstieg auf das Bettmerhorn. Dies sollte der schwierigste Teil der Strecke werden. Überall standen jetzt einige Zuschauer, welche jeden Läufer mit Namen anfeuerten. Dies motivierte und schickte einen schönen Gruß an die schmerzenden Waden doch weiter zumachen. Auf dem letzten Kilometer wurde es paradoxerweise noch steiler auf 30-35%. Nun endlich sah man nach ca. 14min. für den letzten Kilometer den Zielbanner. Im Ziel bekam jeder Läufer eine Weste, ein Schlauchtuch und ein „Warmhaltecape“. Zudem gab es ein tolles Läuferbuffet mit vielen gesunden Speisen und Getränken. Nun konnten wir auch endlich die Aussicht genießen.

Ergebnisse:
Uwe Kelling-2:33:49 h - AK 81. / Gesamt 462.
Patrick Kelling - 2:20:45 h - AK 5. / Gesamt 242.
Udo Kelling - 2:05:24 h - AK 14. / Gesamt 80.